Fußbad ja oder nein?

26.03.2026
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Das Fußbad am Beginn einer Fußbehandlung bietet viele Vorteile: Es reinigt, entspannt und erweicht harte Hautschichten und ist so eine optimale Vorbereitung auf die nachfolgenden Behandlungsschritte. Doch nicht jeder Podologe teilt diese Meinung. Welche Gründe sprechen gegen das Fußbad als Teil der podologischen Behandlung? Und warum ist es für viele ein unverzichtbarer Behandlungsschritt?

Fußbad ja oder nein? – Eine Frage der Einstellung?
Ein warmes Fußbad vor der Fußbehandlung findet unter Podologen sowohl Zustimmung als auch Ablehnung. Für eine Behandlung ohne Fußbad spricht zumeist das Argument „Keine dermatologische Beurteilung der Hautbeschaffenheit möglich“. Auch eine erhöhte Verletzungsgefahr bei erweichter Haut oder „Hitzeschock“ für Diabetikerfüße könnte ein Grund sein. Bei hartnäckiger Hornhaut kommt stattdessen ein punktuell applizierbarer Hornhauterweicher zum Einsatz.

Optimale Vorbereitung
Das Fußbad vor der Behandlung bietet eine echte Win-Win-Situation: Entspannung und wohlige Wärme für den Patienten – desinfizierte und geruchsneutrale Füße für den Behandler.

Länger als drei bis fünf Minuten sollten die Füße nicht gebadet werden, da die Haut sonst zu stark aufweicht. Die Temperatur wird mit einem Badethermometer kontrolliert, um Verbrühungen auszuschließen. Dazu könnte es kommen, wenn die Temperatur des Wassers durch neuropathische Schädigungen am Fuß – zum Beispiel bei Diabetes – nicht wahrgenommen wird. Für ein angenehm warmes Fußbad wird eine Temperatur von 35°C bis 37°C empfohlen.

Da die Beurteilung der Hautbeschaffenheit nach einem Fußbad oft nicht möglich ist oder deutlich erschwert wird, sollte die Anamnese – zumindest beim Erstkontakt – VOR dem Fußbad erfolgen.

Wellness- und Wohlfühlfaktor
Die Behandlung beginnt mit einem wunderbar warmen Fußbad – Zeit anzukommen und zu entspannen. So fühlt sich jeder Patient willkommen und gut versorgt.

Hygiene-Plus
Nach dem Fußbad sind die Füße sauber und fusselfrei – ein angenehmes Arbeitsareal für unsere Podologinnen.

Hornhauterweichende Wirkung
Die sanfte Erweichung der Haut erleichtert die Arbeit der Podologen und macht den Einsatz von Hornhauterweichern überflüssig. Zu Problemen kommt es vor allem dann, wenn das Fußbad zu lange andauert. Denn zu stark erweichte Hornhaut kann zu einer erhöhten Verletzungsgefahr beim Abtragen führen.

Fußbad beim Hausbesuch
Im Hausbesuch wird empfohlen, direkt mit dem Fußbad zu starten. Während der Patient sein Fußbad genießt, kann die Ausrüstung in Ruhe aufgebaut werden. Wenn alles bereitsteht, ist auch das Fußbad schon vorbei und die Fußbehandlung kann beginnen.

Nicht für jeden geeignet – Kontraindikationen
Solange keine Kontraindikationen bestehen, kann das Fußbad ein sinnvoller Bestandteil der podologischen Behandlung sein. Es gibt eindeutige Kontraindikationen, die vom Podologen im Vorfeld individuell erfasst werden sollten.

Je nach Ausprägung und Schweregrad dieser Kontraindikationen ist es oftmals besser, sich gegen ein Fußbad zu entscheiden. Hier einige Beispiele:
– Ulzera am Fuß
– Polyneuropathie
– Erhöhtes Risiko einer Thrombose
– Varizen
– Periphere arterielle Verschlusskrankheit
– Venenentzündungen
– Bestimmte Hauterkrankungen
– Ausgeprägte Dermatomykosen

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf

Quelle: www.hellmut-ruck.de

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