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Der Diabetologe und Sprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Prof. Dr. Baptist Gallwitz, erklärt im Interview, weshalb es immer mehr Menschen mit Diabetes-Typ-2 gibt – und was passieren müsste, um gegenzusteuern.

Im Zusammenhang mit Diabetes ist in letzter Zeit häufig von einer Epidemie die Rede. Ist es wirklich so schlimm?
Leider ja. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits 2012 Diabetes zur Pandemie erklärt. Und diese Pandemie wütet bis heute. Allein in Deutschland gibt es jedes Jahr zwischen 500.000 und 600.000 neue Diabetesfälle. Derzeit leben hier mindestens 8 Millionen Menschen mit Diabetes. Man rechnet damit, dass es 2040 mindestens 12 Millionen sein werden. Und auch weltweit verzeichnen wir eine große Zunahme. Die internationale Diabetes-Föderation gibt einen Diabetes-Atlas heraus – hier erwarten wir im Dezember neue Zahlen. Derzeit geht man davon aus, dass die Zahl der Menschen mit Diabetes von derzeit knapp einer halbe Milliarde Menschen bis zum übernächsten Jahrzehnt auf 750 Millionen steigen wird, also um 50 Prozent.

Woran liegt das?
Wir leben heute in einer ganz anderen Welt als unsere Vorfahren. Menschen, die salopp gesprochen gute Futterverwerter sind, hatten als Jäger und Sammler einen Vorteil. Denn es gab wenig zu essen und sie mussten sich viel bewegen. Heute haben wir ganz andere Umweltbedingungen. Bewegung ist eher zum Luxusgut geworden, für das man im Fitnessstudio einen Monatsbeitrag zahlt. Im Arbeitsleben gibt es immer weniger Berufe, die mit körperlicher Arbeit verbunden sind. Wir verbringen viel Zeit im Sitzen und vor allem: Wir essen ganz anders. Wir nehmen mehr Kalorien zu uns als in früheren Zeiten und wir essen viel zu viele industriell hergestellte Fertigprodukte. Das führt zur Epidemie und da müssen wir gegensteuern.

Wie?
Das ist nicht nur ein medizinisches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es reicht nicht, nur an die Einzelnen zu appellieren, dass sie ihr Verhalten ändern sollen, sondern wir brauchen eine so genannte Verhältnisprävention. Verhältnisprävention bedeutet: Man schafft eine Lebenswelt, in der die einfachere Wahl auch die gesündere Wahl ist. Es muss attraktive Angebote für Bewegung und für gesünderes Essen geben – und zwar für eine breite Bevölkerungsschicht. Konkret bedeutet das: In Kindergärten und Schulen muss mindestens eine Stunde Bewegung pro Tag garantiert sein – und zwar so, dass Kinder und Jugendliche auch Spaß daran haben. Zugleich muss es Standards für gesunde Ernährung geben, die dann auch verbindlich umgesetzt werden.

Aber wie können Standards für gesunde Ernährung umgesetzt werden?
Dass Gemüse gesünder ist als ein Schokoriegel, wissen wir doch alle. Trotzdem futtern wir zu viele Süßigkeiten. Deshalb sollten Lebensmittel unterschiedlich besteuert werden. Natürliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Getreideprodukte sollten von der Mehrwertsteuer befreit oder zumindest mit einem sehr niedrigen Satz belegt werden. Im Gegenzug könnte man auf Fertiglebensmittel aus dem Kühlregal 19 Prozent Mehrwertsteuer erheben, also etwa auf Fertigpizza und Fruchtjoghurt. Limonaden und andere Süßgetränke könnte man noch höher besteuern, mit 25 Prozent oder mehr. Die Menschen würden dadurch ihr Einkaufsverhalten ändern. Und: Die Lebensmittelindustrie würde sich darauf einstellen und andere, gesündere Rezepturen verwenden. In anderen Ländern funktioniert das bereits, etwa in Großbritannien, wo eine Zuckersteuer eingeführt wurde. Daraufhin haben einige internationale Lebensmittelkonzerne zuckerreduzierte Produkte im britischen Markt eingeführt.

In Deutschland dagegen ist in den vergangenen Jahren nicht viel passiert. Es gibt bei uns eine Nationale Diabetes-Strategie, die sogar in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde – was uns bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft sehr gefreut hat. Aber dann wurde nur wenig umgesetzt. Der Nutriscore wurde zwar als Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel eingeführt, aber leider nur auf freiwilliger Basis und nicht verpflichtend, wie wir uns das gewünscht hätten – und wie es ihn in Frankreich schon länger gibt. Bislang fehlt bei uns auch eine abgestufte Mehrwertsteuer, wie ich sie eben erläutert habe und es gibt noch kein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, die speziell von Kindern konsumiert werden.

Es besteht also politischer Nachholbedarf?
Absolut. Ein Problem liegt darin, dass Gesundheitsthemen in unterschiedlichen Ministerien untergebracht sind. Der Verbraucherschutz gehört aus Sicht der DDG nicht in das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, sondern ins Gesundheitsministerium. Dort müsste es dann eine oder einen Bundesbeauftragten für die Diabetesprävention geben. Im Übrigen reichen freiwillige Appelle nicht aus. Sondern es müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine Änderung möglich machen. Denn bei einer Neuerkrankungsrate von 500.000 Menschen pro Jahr laufen wir in einen ungeheuren Pandemiedruck hinein.

Wie hoch sind die Therapie- und Folgekosten der Diabetes-Behandlung?
Die Behandlungskosten für Diabetes liegen in Deutschland bei rund 21 Milliarden Euro jährlich. Davon abgesehen ist auch das individuelle Leid sehr groß – Menschen, deren Diabetes schlecht behandelt oder zu spät erkannt wird, leiden an Folgeerkrankungen und haben eine um 6 bis 10 Jahre kürzere Lebenserwartung.

Woran liegt es, dass die Erkrankung oft lange Zeit unentdeckt bleibt?
Diabetes macht am Anfang keine Symptome. Umso wichtiger ist es, dass im letzten Jahr neue Regelungen für den Check-up 35 geschaffen wurden, die wir sehr begrüßen. Menschen mit hohem Diabetesrisiko können bei dieser Vorsorgeuntersuchung ihren Nüchtern-Blutzucker messen lassen und so herausfinden, ob sie möglicherweise an Diabetes erkrankt sind. Das ist schon mal ein erster guter Schritt. Ich empfehle diese Untersuchung allen Übergewichtigen ab 35 und allen, bei denen es Diabetes-Typ-2 in der nahen Verwandtschaft gibt. Früherkennung ist absolut wichtig, denn sie kann Folgeerkrankungen verhindern. Und am Anfang besteht zudem die Chance, eine Remission des Diabetes zu erreichen. Remission bedeutet, dass man mit nichtmedikamentösen Lebensstilveränderungen viel erreichen kann, manchmal auch, dass sich der Stoffwechsel wieder normalisiert. Diese Diabetes-Remission kann unterschiedlich lange anhalten. Meistens schreitet die Erkrankung allerdings irgendwann doch fort – und dann braucht man Medikamente und muss sich täglich um seine Stoffwechsel-Einstellung kümmern, weil sich ansonsten das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verdoppelt.

Was können wir individuell tun, um unser persönliches Diabetes-Risiko zu senken?
Vieles. Wir können Vorsorgeangebote wahrnehmen und einen gesunden Lebensstil führen. Wir können zum Beispiel überlegen: Wie kriege ich eine Stunde Bewegung pro Tag in meinem Tagesablauf unter? Auch kleine Bewegungseinheiten helfen und addieren sich. Das beginnt damit, für kurze Wege auf die Autofahrt zu verzichten und stattdessen das Fahrrad zu nehmen oder zu Fuß zu gehen. Im Büro können wir kurze Pausen dazu nutzen, um uns zu bewegen. Und wir sollten uns fragen: Wie esse ich gesund und welche Zwischenmahlzeiten könnte ich weglassen?

Quelle: Redaktion Pharma Fakten | Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) | Cornelia Meier

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf


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Überlastungsschäden an der Achillessehne sind bekannte Schwachpunkte im Bereich der Ferse. Oft mit dabei: entzündete Schleimbeutel. Aber auch Reizungen der Fußsohlensehne – sie verläuft unter der Fußsohle, zwischen Fersenbein und Zehen, spielen bei Fersenschmerzen eine wichtige Rolle.

Als Schmerzquelle eher überbewertet erscheinen dagegen Fersensporne. Sie entstehen am Ansatz der Achillessehne oben am Fersenbein oder am Ursprung der Fußsohlensehne weiter unten am Fersenbein.

Sporne im Fußsohlenbereich kommen recht häufig vor. Doch bei weniger als der Hälfte der Betroffenen ist der Kalkdorn tatsächlich für die oftmals bohrenden Schmerzen an der Ferse verantwortlich.

Ebenfalls mit von der Partie als Schmerzursachen an der Ferse: Bänderschwäche am Fuß, Fußfehlstellungen wie Knick-Senkfuß, bei dem die veränderte Stellung des Fersenbeins vermehrt Druck auf den Sehnensatz überträgt, sodann einseitige Fußbelastungen durch fehlbeanspruchte Muskeln – und zwar nicht nur am Fuß, sondern auch an den Knien, Hüften oder am Rumpf.

Schließlich können Schädigungen von Nerven am Bein oder Fuß die Schmerzursache sein. Hier kommen wiederum unterschiedliche Ursachen zum Tragen, etwa Einengung eines Nervs bei der Passage anatomischer Engstellen (Nervenkompressionssyndrom).

Wenn Sie Fersenschmerzen haben, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder kommen in unsere Praxis.

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf

Quelle: www.apotheken-umschau.de


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In der BRD steigt die Zahl der Diabetes-Neuerkrankungen ständig an. Ca. 300.000 Menschen mit Diabetes werden jährlich in der BRD neu diagnostiziert, über 7 Millionen Bürger sind betroffen. Unser Gesundheitssystem stößt an die Grenzen seiner finanziellen Belastbarkeit.

Beides sind Gründe für die ärztliche Grundidee „Vorsorgen ist besser als Behandeln“. Allerdings muss man hier zwischen den Diabetestypen unterscheiden:

Der Typ-1-Diabetes lässt sich noch nicht verhindern, hier gibt es allerdings eine Vielzahl von Forschungsprojekten zur Primär- und Sekundärprävention.

Die Chancen zur Vorbeugung (Prävention) des Typ-2-Diabetes sind dagegen gut. Durch eine konsequente Umstellung der Lebensweise mit bewusster Ernährung, Gewichtsabnahme und Bewegung kann die Entstehung des Diabetes verhindert oder zumindest stark verzögert werden. Es ist dabei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung unsere Lebensgewohnheiten schon von klein an nachhaltig zu ändern.

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf

Quelle: www.diabetes-news.de und eigene Recherche


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Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat interessante Zahlen zu Fußbehandlungen von Menschen mit Diabetes veröffentlicht. Deutlich mehr Versicherte wurden in den vergangenen zehn Jahren mit podologischen Behandlungen versorgt. Gleichzeitig gab es weniger Amputationen. Im Dezember 2020 hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) den Heilmittelbericht für 2019 veröffentlicht. Er weist aus, dass von den insgesamt mehr als 26,8 Millionen AOK-Versicherten rund 3,17 Millionen an Diabetes mellitus vom Typ 1 oder Typ 2 erkrankt sind. Bei knapp einem Drittel (32,1 Prozent) der AOK-Versicherten Diabetes-Patienten lagen 2019 Neuropathien, ein diabetisches Fuß-Syndrom oder beide Folge-Erkrankungen gleichzeitig vor. Damit waren mehr als eine Million AOK-Versicherte Diabetes-Patienten betroffen.

Weniger Amputationen an Füßen und Unterschenkeln
Der Heilmittelbericht zeigt auch einen positiven Zusammenhang zwischen podologischen Behandlungen und dem Rückgang der Amputationsrate über die vergangenen zehn Jahre. Zwischen 2009 und 2019 stieg die Zahl der podologischen Behandlungen um 74 Prozent an. Gleichzeitig ging die Amputationsrate bei Füßen und Unterschenkeln um 15,5 Prozent zurück. „Dies dürfte nicht zuletzt ein Erfolg der strukturierten Behandlung in den Disease-Management-Programmen für Diabetes-Patienten sein, in denen regelmäßige ärztliche Kontrollen der Füße und bei Bedarf podologische Verordnungen vorgesehen sind. Die Behandlung durch Podologen kann bei der Vermeidung von schwerwiegenden Komplikationen unterstützen“, so Helmut Schröder, stellvertretender WIdO-Geschäftsführer.

Dieser Trend setzte sich auch im Corona-Pandemie-Jahr 2020 fort. Die Anzahl der Amputationen war im ersten Halbjahr weiter rückläufig, doch es gab keinen deutlichen Einbruch der OP-Zahlen. „Dies kann als erster Hinweis interpretiert werden, dass notwendige Amputationen bei Diabetes-Patienten trotz der Coronavirus-Pandemie vorgenommen wurden“, so Schröder. Für das zweite Halbjahr müsse die Entwicklung abgewartet werden.

Was macht eigentlich ein Podologe?
Der Beruf des Podologen (medizinische Fußpflegerin/Fußpfleger) gehört zu den Gesundheitsfachberufen und setzt eine spezielle Ausbildung voraus. Podologische Behandlungen gehen weit über kosmetische Fußpflege hinaus. Sie umfassen die präventive, therapeutische und rehabilitative Behandlung am gesunden, von Schädigungen bedrohten oder bereits geschädigten Fuß.

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf

Quelle: Medieninformation des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vom 16. Dezember 2020 und eigene Recherche.


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Unsere beliebten UXGO Bequemschuhe kennen Sie bereits: Sie überzeugen durch ausgesuchte, hochwertige Materialen, die sorgfältige Verarbeitung und vielfältige, kundenorientierte Designs. Der besondere UXGO-Leisten sorgt für Extra-Volumen im Vorfußbereich und das wechselbare Fußbett ermöglicht das Tragen individueller, orthopädischer Einlagen.

Ab sofort können wir Ihnen einen neuartigen, aber mindestens ebenso komfortablen UXGO Schuh anbieten: den neuen FABIA FLEX. Er bringt zusätzlich folgende überzeugende Merkmale mit:
• lnnovatives, weiches Stretch-Material, dass sich dem Fuß problemlos anpasst, egal wie lang und anstrengend der Tag wird.
• Federleichte Sohle aus EVA-Material mit Abrollfunktion
• Einfaches Öffnen, Einsteigen und Schließen über den extraweiten Schnürbereich
• Textiles lnnenfutter für ein angenehmes Tragegefühl
• Unterstützt die dynamische Abrollbewegung des Fußes durch integrierte Ballenrolle
• Erhältlich in 2 Weiten: G (Komfortform) und H (Komfort Plus Form)

Optisch kann sich der UXGO-Neuling auch sehen lassen: Das weiche Stretch-Material harmoniert perfekt mit den schwarzen Nubuk-Applikationen und einem modischen Dekorband.

Alle weiteren wichtigen Informationen und eine fachgerechte Beratung erhalten Sie in unserer Praxis.

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf


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Patienten, die unter Diabetes mellitus – im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt – leiden, sollten ein besonderes Augenmerk auf die sorgfältige und vor allem tägliche Pflege ihrer Füße legen. Der Grund: Sie entwickeln im Lauf der Erkrankung das diabetische Fußsyndrom (DFS). Dabei bilden sich an den Füßen schmerzlose Wunden, die äußerst schlecht heilen.

Korrekter Nagelschnitt
Ein falscher Nagelschnitt kann die Ursache für eingewachsene Nägel bedeuten. Es drohen schlecht heilende Wunden am Fuß.

Druck- und Reibungsstellen
Bei einem diabetischen Fuß ist es wichtig, zusätzlich Verletzungen sowie Druckstellen zu vermeiden. Wird ein diabetischer Fuß zu spät behandelt, droht häufig die Amputation des Fußes oder zumindest einiger Zehen.

Hornhaut
Übermäßige Hornhautbildung führt zu einem vermehrten Druck auf das Gewebe, sodass feinste Gefäße, die die Haut mit Blut versorgen, einreißen können und sich ein Bluterguss unter der Hornhautschwiele bildet.

Folgeerkrankung Neuropathie
Eine Neuropathie kann als weitere Folgeerkrankung durch das Fußsyndrom entstehen. Bei Neuropathie handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen der Nerven, wie sie bei etwa 30 Prozent der Diabetiker auftritt. Schäden an den Nerven in Zusammenhang mit dem DFS lassen sich u.a. daran erkennen, dass die Haut an den betroffenen Stellen einen rosigen Ton hat und sich trocken und warm anfühlt. Charakteristische Anzeichen sind außerdem ein Kribbeln, Brennen oder ein Taubheitsgefühl an den Füßen und den Zehen. Sollten sich sogar schon Durchblutungsstörungen eingestellt haben, lassen diese sich ebenfalls an einigen charakteristischen Symptomen erkennen. Dazu gehören beispielsweise Wadenschmerzen oder -krämpfe während des Gehens, die erst nachlassen, wenn die Betroffenen stehen bleiben. Des Weiteren bilden sich Druckstellen, die sich in Form von rötlichen Hautflecken zeigen, die sich nicht einfach wegstreichen lassen. Bleibt das diabetische Fußsyndrom unbehandelt, können die Folgen für die Betroffenen dramatisch sein und sogar eine Amputation von Füßen oder Beinen notwendig machen.

Therapie des DFS
Die Therapie, die bei einem DFS angewendet wird, richtet sich danach, wie schwer die Füße des Patienten bereits geschädigt sind. In jedem Fall ist die fachgerechte Versorgung durch ein Wundbehandlungsteam erforderlich. Diese kann sich über einen äußerst langen Zeitraum erstrecken, weil eben die Wundheilung der Betroffenen gestört ist. Wie sich das behandelnde Team zusammensetzt, hängt vom individuellen Fall ab und kann aus Ärzten ebenso bestehen, wie aus spezialisierten Fachkräften, Podologen und Orthopädietechnikern. Gegebenenfalls ist es außerdem ratsam, wenn die betroffenen DFS-Patienten eine psychosoziale Beratung in Anspruch nehmen.

Vorbeugende Maßnahmen des DFS
Diese unangenehmen Folgen, die mit DFS einhergehen, lassen sich jedoch auch wirkungsvoll vermeiden. Die entsprechenden Maßnahmen sollten aber nicht nur Menschen ergreifen, die an Diabetes leiden, sondern auch jene, die über Durchblutungsstörungen klagen oder nur eine eingeschränkte Empfindung an den Füßen wahrnehmen. Unser Tipp: Tägliche Routine!
Zunächst sollten die Patienten ihre Füße täglich auf Auffälligkeiten und insbesondere Verletzungen kontrollieren. Natürlich sollten dabei auch die Zwischenräume zwischen den Zehen genau unter die Lupe genommen werden. Stellen die Betroffenen dabei Auffälligkeiten wie Verletzungen, eine Druckstelle sowie Hornhautschwielen fest, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Keinesfalls dürfen die Verletzungen jedoch in Eigenregie behandelt werden.

Podologische Komplexbehandlung
Sofern sich das diabetische Fußsyndrom bereits gebildet hat, empfiehlt sich eine podologische Behandlung, um den Zustand nicht weiter zu verschlimmern. Diese hat nämlich nicht nur einen therapeutischen, sondern auch einen präventiven und rehabilitativen Charakter. Im Rahmen der Behandlung führt die Podologin zwei Tätigkeiten aus, nämlich die Abtragung der Hornhaut sowie die Bearbeitung der Nägel. Die podologische Komplexbehandlung, die ärztlich verordnet werden kann, ist an einige Voraussetzungen gebunden. So müssen die Veränderungen am Fuß die Folge von Diabetes Mellitus sein. Eine weitere Voraussetzung besteht darin, dass der Betroffene bereits an Durchblutungs- oder Gefühlsstörungen am Fuß leidet.

Warum zur Podologin?
Entzündungen oder sonstige Hautdefekte darf die kosmetische Fußpflege nämlich nicht behandeln. Darüber hinaus muss der behandelnde Arzt vor jeder Verordnung – ganz gleich, ob es sich um die Erst- oder eine Langzeitverordnung handelt – eine Diagnostik an den Füßen durchführen. Natürlich steht die Podologin den Betroffenen auch mit Rat und Tat zur Seite, beispielsweise wenn es um eine individuelle Beratung zum richtigen Schuhwerk oder orthopädische Hilfsmittel geht. Sprechen Sie mit uns.

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf


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Seit dem 01.07.2020 können Ärztinnen und Ärzte nun auch für Patientinnen mit krankhaften Schädigungen am Fuß als Folge einer sensiblen oder sensomotorischen Neuropathie oder als Folge eines Querschnittsyndroms eine podologische Therapie verordnen.

Folgende zwei Diagnosegruppen mit entsprechenden Beispieldiagnosen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in den podologischen Heilmittelkatalog aufgenommen:

NF – Krankhafte Schädigung am Fuß als Folge einer sensiblen oder sensomotorischen Neuropathie (primär oder sekundär)
Zum Beispiel bei:
– hereditärer sensibler und autonomer Neuropathie
– systemischen Autoimmunerkrankungen
– Kollagenosen
– toxischer Neuropathie

QF – Krankhafte Schädigung am Fuß als Folge eines Querschnittsyndroms (komplett oder inkomplett)
Zum Beispiel bei:
– Spina bifida
– chronischer Myelitis
– Syringomyelie
– traumatisch bedingten Schädigungen des Rückenmarks

Diese Erkrankungen können aufgrund der Gefühls- und Durchblutungsstörungen krankhafte Schädigungen der Zehennägel und der Haut an den Füßen hervorrufen – vergleichbar mit dem diabetischen Fußsyndrom.

Ziel der Podologischen Therapie ist die Wiederherstellung, Besserung und Erhaltung der physiologischen Funktion der Haut im Bereich der Füße und der Zehennägel.

Bitte sprechen Sie Ihren (Haus)Arzt gezielt auf diese neuen und zusätzlichen Verordnungsmöglichkeiten an.

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf


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Menschen mit Diabetes sollten sich ganz besonders sorgfältig um ihre Füße kümmern. Denn Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Schäden an Blutgefäßen und Nerven – mit der Folge, dass Schmerz und Druck an den Füßen nicht mehr wahrgenommen werden. Oftmals bemerken Betroffene Verletzungen erst, wenn sie bluten.

Bei Druckstellen und Wunden am Fuß zum Arzt
Damit es gar nicht erst zu Wunden kommt, sollten Menschen mit Diabetes mindestens einmal im Jahr beim Hausarzt oder Diabetologen ihre Füße untersuchen lassen. Dabei wird geprüft, ob der Patient zum Beispiel bei Berührungsreizen spitz und stumpf unterscheiden kann und Temperaturen wahrnimmt. Der Test gibt dem Arzt Hinweise darauf, ob eine Neuropathie (Nervenstörung) vorliegt. Beobachten Menschen mit Diabetes an ihren Füßen Druckstellen, Wunden, eingewachsene Nägel oder Verfärbungen, sollten sie sich umgehend an ihren Arzt wenden.

Wohlfühlprogramm für Ihre Füße
Um die Füße gesund zu halten, empfehlen Podologen Menschen mit Diabetes ein regelmäßiges Pflegeprogramm. So sollten die Füße einmal am Tag mit einem Waschlappen und lauwarmen Wasser gewaschen werden. Dabei kann eine milde, rückfettende Waschlotion mit Harnstoff genutzt werden. Einmal in der Woche kann die Hornhaut mit einem feuchten Bimsstein sanft abgerubbelt werden. Die Zehennägel werden ein- bis zweimal pro Woche mit einer abgerundeten Nagelfeile bearbeitet. Diabetiker mit trockener Haut an den Füßen sollten die Füße täglich eincremen, am besten mit einem Schaum oder einer Emulsion mit Harnstoff.

Und natürlich kommt es auf das richtige Schuhwerk an. Es sollte bequem, atmungsaktiv und weit genug sein, d.h. 12 bis 15 Millimeter länger als der Fuß. Fehlstellungen sollten mit Einlagen ausgeglichen werden. Für Diabetiker mit Nerven- und Gefäßschäden reichen anfangs meistens Komfortschuhe. Schreiten die Schäden weiter fort, helfen Diabetesschutzschuhe, die vom Facharzt verordnet werden.

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf

Quelle: Apothekenmagazin “Diabetes Ratgeber” 5/2020


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In Deutschland leiden über 10 Millionen Menschen an Hallux Valgus und anderen Fehlstellungen. 75% der Betroffenen sind Frauen.

Neben erblicher Anlage, Bindegewebsschwäche oder Alter ist eine der häufigsten Ursachen: falsches Schuhwerk. Die natürliche Form unserer Füße weist eine Art „V-Form“ auf – hinten schmal und nach vorne geöffnet. Besonders gut ist das bei den Füßen von Neugeborenen oder bei den wenigen noch heute extistierenden barfußlaufenden Völkern zu sehen.

Die meisten Schuhmodelle ignorieren jedoch diese naturgegebene Form und engen die Füße besonders an den Zehen unnatürlich ein. Noch schlimmere Auswirkungen haben Schuhe mit Absatz, da sie den Vorfuß zusätzlich belasten. So entstehen meist nicht nur schmerzhafte Druckstellen, sondern auch Hallux valgus und Arthrosen können die Folgen sein.

Die konservativen Methoden zur Behandlung von Fußschmerzen und Fehlstellungen wie Hallux valgus sind beispielsweise das Tragen orthopädischer Einlagen, einer speziellen Hallux valgus Schiene oder Physiotherapie – und natürlich das Tragen von Gesundheitsschuhen. Die Zwickmühle: diesen Schuhen sieht man den funktionalen Zweck meilenweit an. Elegante Formen, frische Farben und formschönes Design sucht man meist vergebens. So entstand die Idee die naturbelassene V-Form der Füße als Grundlage für einen neuen Leisten zu nehmen und diesen dann mit einem formschönen Schuh-Design zu kombinieren, dass sowohl bei der Arbeit, als auch in der Freizeit getragen werden kann.

Das Ergebnis: Der V-Effekt. Der Leisten ist die Kombination aus Volumen im Vorfuß und einer schlanken Fersenführung, eine modische Lösung für die freie Entfaltung der Zehen bei einem festen Stand im Schuh. Übertragen auf den menschlichen Fuß markieren die Endpunkte die Ferse, sowie den inneren und äußeren Ballen.

Das Beste für anspruchsvolle Füße
UXGO wird anspruchsvollen Füßen gerecht und ermöglicht bei einer Vielzahl von Fußproblemen ein schmerzfreies Gehen ohne auf modisches Schuhwerk zu verzichten:

  • Hallux valgus
  • Hallux rigidus
  • Empfindliche Füße
  • Breite Füße
  • Knick-Senk-Spreizfuß
  • Plattfuß
  • Krallenzehe
  • Hammerzehe
  • Reiterzehe
  • Schneiderballen
  • Allen, die Wert auf Ihre Fußgesundheit legen.

Besonders hervorzuheben ist die Eignung des UXGO Sneakers für Einlagenträgerinnen. Aufgrund der Leistenkonzeption und dem wechselbaren orthopädischen Fußbett können Sie ohne Probleme Ihre individuelle orthopädische Einlage tragen.

Zum anprobieren kommen Sie einfach in unsere Praxis. Wir beraten Sie gern!

Herzliche Grüße
Ihr Team der podologie heringsdorf


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Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass der Verzicht auf ein Frühstück mit einem Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Allerdings konnte bislang nie nachgewiesen werden, in welchem Zusammenhang dies mit Adipositas zusammen hängt. Adipositas ist ein bedeutender Risikofaktor für das Auftreten von Typ-2-Diabetes.
Das Forscherteam um Dr. Sabrina Schlesinger, Leiterin der Nachwuchsforschergruppe Systematische Reviews am DDZ, verglich Männer und Frauen in sechs Langzeitstudien unter Berücksichtigung des Body-Mass-Index (BMI). Die Ergebnisse der Studie zeigen eine Dosis-Wirkungs-Beziehung, das heißt mit steigender Anzahl der Tage, an denen nicht gefrühstückt wurde, stieg das Diabetesrisiko an.
Das stärkste Risiko wurde für den Verzicht von Frühstück für 4 – 5 Tagen pro Woche beobachtet. Ab dem 5. Tag in Folge des Verzichts auf ein Frühstück wurde kein weiterer Anstieg im Risiko ermittelt. „Dieser Zusammenhang ist zum Teil auf den Einfluss des Übergewichts zurückzuführen. Selbst nach Berücksichtigung des BMIs ging der Frühstücksverzicht mit einem erhöhten Diabetesrisiko einher“, erläutert Dr. Sabrina Schlesinger.

Regelmäßiges und ausgewogenes Frühstück ist wichtig
In ihrer Meta-Analyse fasste das Forscherteam die Daten von sechs verschiedenen internationalen Beobachtungsstudien zusammen. Insgesamt wurden Daten von 96.175 Teilnehmern, davon 4.935, die im Studienverlauf an Typ-2-Diabetes erkrankten, ausgewertet. Eine Erklärung für den Zusammenhang zwischen Frühstücksverzicht und dem Risiko für Typ-2-Diabetes könnte ein gesunder Lebensstil per se sein. Teilnehmer, die auf ihr Frühstück verzichten, könnten generell eine ungünstigere Ernährungsweise, beispielsweise durch den Konsum von kalorienhaltigen Snacks und Getränken, aufweisen, weniger körperlich aktiv sein, oder mehr rauchen. Allerdings wurden diese Faktoren in der Auswertung berücksichtigt, sodass der beobachtete Zusammenhang durch andere Faktoren erklärbar sein könnte.
„Weitere Studien sind nötig, die neben der Aufklärung der Mechanismen, auch den Einfluss der Zusammensetzung des Frühstücks auf das Diabetesrisiko erforschen“, schlussfolgert Dr. Sabrina Schlesinger. „Grundsätzlich ist ein regelmäßiges und ausgewogenes Frühstück allen Menschen – mit und ohne Diabetes- zu empfehlen“, betont die Epidemiologin und Ernährungswissenschaftlerin.

(Originalpublikation: Ballon A, Neuenschwander M, Schlesinger S. Breakfast skipping is associated with increased risk of type 2 diabetes among adults: a systematic review and meta-analysis of prospective cohort studies. J Nutr 2018, https://doi.org/10.1093/jn/nxy194)


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